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Um was gehts?

Die Zentralwäscherei sieht sich in der Durchführung von politischen Veranstaltungen stets einem hohen medialen Interesse und politischem Druck, insbesondere von bürgerlicher Seite, konfrontiert. Deshalb haben wir am 13. Juli 2025 einen offenen Brief an die Stadt Zürich geschrieben.

Was denkst du dazu?

Lass uns mit dir, als Besuchende, Nichtbesuchende oder Vereinsmitglied der Zentralwäscherei, darüber diskutieren. Was denkst du zum Brief? Hier kannst du einzelne Abschnitte kommentieren und unterstützen.

Offener Brief an die Stadt Zürich

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Sehr geehrte Stadtpräsidentin, sehr geehrter Stadtrat von Zürich,

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In einem am 30. Juni erschienenen Interview im Tages-Anzeiger haben Sie, Frau Stadtpräsidentin, die Zentralwäscherei als innovativen Kulturort lobend erwähnt. Dies freut uns, doch leider ist unsere Situation alles andere als zufriedenstellend. Wir erachten nämlich gerade die Art der Kulturproduktion, mit der Sie uns hervorgehoben haben, in akuter Gefahr.

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Das Beispiel der Debatte um die Podiumsdiskussion mit Francesca Albanese, UN Sonderberichtserstatterin für die besetzten Gebiete Palästinas, zeigt dies exemplarisch. Fokus des Podiums war es, die Rolle internationaler Finanzströme, die Israels militärische Aktionen unterstützen und ermöglichen, sowie die legalen und ethischen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Völkerrechts zu untersuchen. Im Vorfeld sahen wir uns, zum wiederholten Male, von bürgerlicher Seite mit dem Vorwurf konfrontiert, antisemitischen Meinungen eine Plattform zu bieten.

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Statt diesem Vorwurf, welcher uns ohne inhaltliche Quellen vorgebracht wurde, entgegen zu treten, kam folgendes Statement von der Stadt: «Aufgrund der öffentlichen Äusserungen der Hauptrednerin und des polarisierenden Charakters der Veranstaltung hätte diese in einem stadteigenen Lokal nicht stattgefunden – insbesondere vor dem Hintergrund des aktuell angespannten gesellschaftlichen Klimas.». Wir finden diese Aussage hochgradig problematisch und sind überzeugt: Gerade in einem solchen angespannten Klima ist es umso wichtiger innerhalb des rechtlichen Rahmens und in einem diskriminierungsfreien Raum über Tatsachen zu reden.

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Im Vorfeld der Veranstaltung hat das Sozialdepartement verschiedene Auflagen an uns gestellt. So mussten wir darlegen, weshalb Francesca Albanese und ihre Podiumsgäste unsere Richtlinien nicht verletzen. Eine geradezu absurde Übung beim gewählten Genfer Ständerat Carlo Sommaruga oder bei Personen mit einem UN-Mandat. Wir fragen uns: Werden die oftmals pauschalisierenden Vorwürfe der Schuld von Ihnen auch so genau geprüft, wie wir die Unschuld beweisen müssen? Dass auch im Strafrecht üblicherweise die Schuld bewiesen werden muss, dürfte Ihnen klar sein.

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Damit Sie uns nicht falsch verstehen: Antisemitismus ist ein verbeitetes gesellschaftliches Problem und die Zunahme an antisemitischen Vorfällen, gerade in der Stadt Zürich, ist alamierend. Dazu haben wir uns bereits mehrfach positioniert, antisemitische Vorfälle bei uns konsequent geahndet und Veranstaltungsanfragen abgesagt. Es ist der Bekämpfung des Antisemitismus aber in keinerlei Hinsicht dienlich, wenn aus reiner Angst vor Antisemitismus gesellschaftspolitische Debatten unterbunden werden, sofern sie in obengenanntem Rahmen stattfinden. Davon profitieren am Ende nur diejenigen, deren primäres Ziel die Bekämpfung einer offenen Gesellschaft ist.

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Der anhaltende Druck von Seiten der Politik und Verwaltung macht uns müde. Wir sind müde, dass unser Areal ständig als Vorbild für innovative Stadtplanung herhalten darf, bei Kritik aber niemand mehr öffentlich für uns einstehen will. Wir fordern keinen Freipass für extreme Haltungen. Wir möchten aber weiterhin Raum bieten für in unseren Augen relevante und wichtige Projekte und Stimmen, die sonst in dieser zunehmend gentrifizierten und unerschwinglichen Stadt keinen Raum mehr finden. Dies entspricht unserer Leistungsvereinbarung mit der Stadt, der wir mit über 300 Kulturveranstaltungen pro Jahr, 35 bezahlten Stellen und einer Eigenfinanzierung von 85% nachkommen.

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Wir rufen Sie dazu auf: Zeigen Sie Rückgrat! Stehen Sie ein für eine offene und damit resiliente Gesellschaft!

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Lassen Sie sich nicht von pauschalen Vorwürfen unter Druck setzen und lassen Sie uns begründete Ängste gemeinsam anschauen. Damit inhaltliche Debatten über schwere Themen weiterhin möglich sind. Damit wir diejenigen Vorwürfe, die begründet sind, weiterhin ernst nehmen können. Dann dürfen Sie auch künftig stolz darauf sein, dass solche Kultur in Zürich noch produziert wird.

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Mit freundlichen Grüssen,
Verein Zentralwäscherei

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